Zellulose ist diffusionsoffen. Das ermöglicht der Dämmung, Feuchtigkeit aufzunehmen und nach außen wieder abzugeben. Dies trägt unter anderem zu einem angenehmen Raumklima bei und beugt der Entstehung von Schimmel vor.
Die Zellulosefasern nehmen Feuchtigkeit auf, die mit der Luft vom warmen zum kalten Ort wandert — und je nach Feuchtegefälle auch in umgekehrter Richtung. Diese thermo-hygrischen Mechanismen wirken auch der Kondensation von Wasserdampf an Wärmebrücken entgegen: Die Feuchtigkeit wird sofort von der Zellulose aufgenommen und in ihr verteilt. An Details von Holz- und Metallkonstruktionen wirkt die Dämmung wie ein Löschblatt — die beschleunigte Verdunstung schützt Metallteile vor Korrosion.
Zellulose erzielt gute Dämmeigenschaften. So beträgt die Wärmeleitfähigkeit lediglich 0,037 bis 0,045 W/(m·K). Um den Anforderungen der Energieeinsparverordnung bezüglich eines U-Werts von 0,24 W/(m²·K) zu entsprechen, muss bei einer reinen Zellulosedämmung eine Dämmdicke von 16 Zentimetern erreicht werden.
In Verbindung mit dem Einblasverfahren erhalten wir eine Dämmschicht mit hohen Wärmedämmwerten und maximaler Reduzierung von Wärmebrücken, die sich beim traditionellen Verlegen von Mineralwollmatten nie ganz vermeiden lassen. Die Zellulose füllt auch die schmalsten Fugen und schwer zugängliche Stellen — es entsteht eine fugenlose Schicht, die eng an den Konstruktionselementen des Gebäudes anliegt.
Papier brennt, Glas brennt nicht. Folglich wird Glaswolle als „A1 — nicht brennbar” eingestuft und Zellulosedämmung als „normal entflammbar”. So weit, so klar — so richtig?
Im Brandtest mit einem 1.000°C-Brenner zeigt sich, wie unvollständig diese Einordnung ist: Glaswolle brennt nicht, aber sie schmilzt einfach weg — und das binnen weniger Sekunden. Auf der Zelluloseschicht hingegen bildet sich eine Kohle-Sperrschicht, die verhindert, dass Sauerstoff in tieferliegende Zelluloseschichten gelangt. Die Kohleschicht arbeitet sich nur sehr langsam (ca. 5 mm pro Minute) durch die Dämmschicht. Die darunterliegende Zellulose schmilzt nicht, brennt nicht, tropft nicht ab und schützt die tragenden Hölzer, wodurch Rettungskräfte und Feuerwehr wertvolle Zeit gewinnen.
mehr über den Brandschutz lesen
Die Zellulose absorbiert dank ihrer dichten Struktur Schallwellen, sodass die Dämmung ein hervorragender Schutz vor Geräuschen aus der Umwelt oder von anderen Hausbewohnern ist. Die elastischen Fasern nehmen die Schallenergie auf, statt sie zu reflektieren — Sprache und Musik klingen klarer und deutlicher.
Zelluloseflocken bestehen zu einem Großteil aus recyceltem Altpapier und enthalten keine ausdünstenden Chemikalien. Bei der Herstellung wird nur wenig Energie benötigt. Zwar setzen manche Hersteller auf die Zugabe des umstrittenen Borsalzes zur Erhöhung des Brandschutzes, doch mittlerweile gibt es auch Zellulosedämmungen, die frei von Borsalz sind. Beide Varianten sind ohne Weiteres deponiefähig.
mehr über Ökologie und ErsparnisDie Kosten für Zellulosedämmungen sind im unteren Preissegment einzuordnen und für einen ökologischen Dämmstoff außerordentlich günstig. Es kann mit Materialkosten zwischen 10 und 30 Euro pro Quadratmeter gerechnet werden; hinzu kommen die Kosten für den Einbau.
Aufgrund der zahlreichen positiven Eigenschaften in Kombination mit den sehr geringen Kosten verwundert es nicht, dass Zellulose den höchsten Marktanteil von allen natürlichen Dämmstoffen in Deutschland aufweist.